Finde hier jede Menge lebendiger Inspiration und Tipps, um deine Lebenserinnerungen, deine eigene Biografie zu schreiben und in Form zu bringen! Geschrieben von einem Kind der Fünfziger Jahre, geboren im Kohlenpott. Gedacht FÜR DICH!

Dienstag, 31. August 2021

Freude bei hochsensibler Hannah-Leserin: Bin völlig normal!

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Eine Facebook-Freundin und Leserin, nennen wir sie Anita, überraschte mich gestern mit der Aussage, sie habe mein Buch längst gelesen und alles, auch diesen Blog, im Stillen immer verfolgt. "Großartig und bewundernswert", schrieb sie, "würde ich eine Autobiografie schreiben, würde das keiner lesen wollen." Genau das wage ich sehr zu bezweifeln. Dramaturgisch gut aufgebaut kann man beinahe jede Lebensgeschichte so gestalten, dass sie interessant erscheint. Trifft sie dann auch noch genau auf die Leser und Leserinnen, die sich darin wiederfinden können, ist alles gut.

Zu meiner freudigen Überraschung brachte "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!"* Anita dazu, über sich und ihr Leben nachzudenken und neuen Mut zu fassen. "Komisch", schrieb sie, "dass man sich lange eine heile Welt vormachen kann, ohne zu verstehen, was wirklich passiert. Erst wenn man dann mal genauer hinschaut, wundert man sich auf einmal nicht mehr, dass die Seele so viele Narben mit sich trägt." Und weiter: "Die Begegnung mir dir war ein Segen, liebe Sigrid. Durch dich traute ich mich, mal alles genauer zu betrachten und nicht an mir zu zweifeln, sondern endlich zu verstehen, dass ich völlig okay bin mit meiner hochsensiblen Art." Anita berichtet von psychosomatischen Symptomen und beklagt, dass ihre Familie sie immer in Schubladen stecken und in allen Bereichen hatte verformen wollen. Das soll nun anders werden.

 

Copyright: Sigrid Ruth Stephenson

Die meisten Hochsensiblen lieben es beispielsweise, etwas abseits und allein in der Natur zu sein und dem Trubel zu entfliehen. Und nicht nur das ist völlig okay.

Ihr glaubt ja gar nicht, wie glücklich mich das macht. Da ich selbst hochsensibel bin und das noch gar nicht sooo lange weiß, kann ich gut verstehen, was Anita bewegt. Und ich wünsche ihr sehr, dass es ihr von Tag zu Tag besser geht und sie die Stärken bewusst und in allen Ausmaßen erkennt und genießt, die in der Hochsensibilität liegen. Einer Hochsensibilität, von denen in den drei Hannah-Büchern vor allem zwischen den Zeilen sehr viel die Rede sein wird. Hochsensibilität ist weit verbreitet und es gibt so viele tolle Menschen, die genau so sind - und sein dürfen.

 

Sonntag, 29. August 2021

Erfahrungsbericht: Gratis-Werbeaktion bei Amazon lohnt sich für Autoren

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 


 

Übers Wochenende habe ich meinen Erstling "Hannah - Das Kind darf nicht heiraten ...!" erstmals kostenlos zur Verfügung gestellt - im Rahmen meiner Teilnahme am KDP-Select-Programm. In den ersten Stunden am Samstagmorgen ging erst einmal gar nichts. Versuchsweise kaufte ich das Buch (kostenlos) selbst, was erstaunlicherweise akzeptiert wurde. Ich sah nach und entdeckte unter den Berichten ein erstes kostenlos verkauftes Buch. Tantiemen würde ich dafür nicht bekommen, woher auch, aber die Sache schien grundsätzlich zu funktionieren. Ich schickte per Whatsapp die Information herum, dass mein Buch gerade gratis zu haben sei und bat ums Weitersagen. Schon bald danach begann der Anzeigebalken größer zu werden. Um Mitternacht hatten 175 Leser und Leserinnen mein Buch heruntergeladen. Heute früh waren es insgesamt rund 420. Wow! Das ist doch toll. Gleich sah ich beim Ranking nach, gab "Autobiografische Romane" ein und stellte zu meiner Freude folgendes fest: Teil I meiner Trilogie war von Seite 2 auf Seite 1 gerutscht. Dort nimmt es im Moment zwar noch den letzten Platz ein, aber das wird ausbaufähig sein, da bin ich mir sicher. Hauptsache, es ist schon beim Blick auf die erste(!) Seite zu sehen. Gut Ding will Weile haben, und ich habe keine Eile. In jedem Fall denke ich: Diese Werbeaktion war schon einmal ein sehr guter Schritt. :-)

Samstag, 28. August 2021

Gratisaktion: "Hannah will nicht heiraten" derzeit kostenlos

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Bei Kindle Amazon gibt es für Autoren und Autorinnen, die am Kindle-Select-Programm teilnehmen, die Möglichkeit, ihre Ebook innerhalb von 90 Tagen fünf Tage lang kostenlos anzubieten. Dafür gibt es zwar keine Tantiemen, aber es dient dazu, das Buch bekannter zu machen. Man kann alle fünf Tage am Stück nutzen oder einzelne Tage. Ich starte jetzt mal einen ersten Versuchsballon und habe "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!"* für den heutigen Samstag und den morgigen Sonntag als kostenlose Version angemeldet. 

 

Copyright: Sigrid Ruth Stephenson

Was Feines: ein stilles Plätzchen zum Lesen. :-)

Ein erstes Buch wurde schon kostenlos heruntergeladen. Anders als beim Ausleihen über Kindle Select gehört es dem Leser oder der Leserin damit dauerhaft. Nun bin ich sehr gespannt, wer neugierig genug ist, die Gelegenheit zu nutzen. Das Wetter jedenfalls passt: Bei uns ist es grau, verhangen und regnerisch. Ideal für gemütliche Schmökerstunden. Übrigens kaum weniger gut, um eigene Lebenserinnerungen aufzuschreiben. Und wer weiß, vielleicht überlegt die Sonne es sich ja noch und bietet Voraussetzungen für ein kleines Lesestündchen in frischer Luft. :-)

Freitag, 27. August 2021

Teil II der Hannah-Trilogie - Stilprobe und work in progress

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

 Seit ein paar Tagen ist Hannah - Bd. II - in der Ausarbeitungs- und Überarbeitungsphase. Der Entwurf steht schon länger, ist aber erst teilweise ausformuliert und bedarf der Ergänzung. Erst jetzt wird dieser Teil der Trilogie allmählich mit Leben gefüllt. Und diese Art des Schreibens macht wirklich mächtig Spaß.

Hier ein Auszug für euch:

Für Hannah war Papas Wohnungswechsel das Startsignal, um nun dauerhaft allein in ihrer eigenen Wohnung zu leben.  Manches sprach dafür, es sich dort schönzumachen, alles so zu gestalten, wie es ihr gefiel, doch sie fühlte sich, als würde ein unsichtbares Wesen sie an Fäden ziehen oder sie wie ein Hundehalter an einer langen Leine halten. Etwas bremste sie aus. Ihr war in hellen Momenten durchaus bewusst, dass sie nach Lust und Laune Kreativ- und Sprachkurse hätte besuchen, die ganze Wohnung mit selbstgemalten Bildern hätte ausstatten oder sich ein Keyboard hätte kaufen können, wenn schon kein Klavier mehr drin war. Sie hätte sich selbst das Klavierspielen beibringen, vielleicht sogar Unterricht nehmen können. Mit kurz aufflackernder Wehmut dachte sie an ihre verflossene Schwiegermutter zurück, die dieses wunderschöne Klavier bereits für sie bestellt hatte und bereit gewesen war, den Unterricht für Hannah aus eigener Tasche zu bezahlen. „Für unser Mädchen“, hatte sie gesagt, „ist uns nichts zu teuer.“
Selbstmitleid machte sich breit wie eine Öllache in klarem Wasser. Ich hätte Berthold doch behalten sollen, dachte Hannah, dann säße ich jetzt nicht allein in dieser uneingerichteten Bude und würde gemütlich am Heizungsknopf drehen, anstatt dreckige Kohlen aus dem Keller zu holen.
„Hat  man dir ins Hirn geschissen?“, wetterte Rosa. „Du wolltest doch unbedingt weg, darf ich dich erinnern. Du hast gesagt, du würdest ersticken an seiner Seite und vor allem angesichts deiner ach so anhänglichen Schwiegereltern. Du erinnerst dich doch wohl: Grünkohl war im Angebot ....!“
Oh ja, Hannah erinnerte sich. Sie war alles andere als eine junge Ehefrau gewesen, die an der Seite ihres Mannes das eigenständige Leben hatte führen dürfen, das sie sich vorgestellt hatte. Er hatte nicht einmal mit ihr an einem Strang gezogen.
„Jetzt hast du alle Chancen“, sagte Rosa nun etwas freundlicher. „Da sind viele offene Fenster und nicht nur eine geschlossene Tür.“
„Ich weiß ja ...“ Doch Hannah konnte nicht glauben, was sie angeblich wusste. All diese angeblichen Chancen waren so konturlos, dass sie vage Gedanken daran wie Wolken im Wind vorüberziehen ließ.
Es musste am Alleinsein liegen. Das überzog ihr Dasein, so sehr sie sich auch dagegen zu wehren suchte, mit einem Schleier aus Dunkel, Trüb und Grau. Es war, als würde das Schicksal ihr verbieten, nun voller Energie und Zuversicht tief einzuatmen und überlegen zu dürfen: Was jetzt, verdammt? Ich bin jung und frei. Ich kann alles. Was mache ich mit dieser einzigartigen Chance?!
„Immerhin“, sagte Rosa, „ein Ziel ist erreicht – eine alte Jungfer kann nicht mehr aus dir werden.“
In der Tat, das stimmte. Doch nur eine Frau, die in festen Händen war, schien Hannah wirklich etwas wert zu sein. Es hilft nichts, dachte sie. Ich muss einen neuen Mann finden. So schnell wie möglich. 

 

Mittwoch, 25. August 2021

Erfolg als alternde Jungautorin mit liebenswerter Penetranz

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Hiermit möchte ich vor allem meinen Altersgenossen und -genossinnen, die scho so lange IHR Buch schreiben wollen, ermutigen, es einfach zu tun. Jetzt. - Habt Mut! Setzt euch durch. Traut euch und seid im besten Sinne penetrant. 

"Das grenzt ja schon an Spam", sagte  mein Neffe kürzlich. "Dauernd lese ich bei Facebook was über dein Buch." Einen Moment lang war mir das direkt peinlich. Dann erinnerte ich mich, irgendwo gelesen zu haben, dass Penetranz dazu gehöre, wenn man als noch relativ unbekannte Autorin Erfolg haben wolle. Und das, ich gestehe, will ich - weil ich einfach glaube an Hannah und ihre Geschichte.

Penetranz. Was für ein komisches Wort. Laut Online-Duden hat es Synonyme, wie beißend, durchdringend, hartnäckig, intensiv. Klingt eher unsympathisch, oder? Ein beißender Geruch, eine durchdringende Stimme, eine hartnäckige Verehrerin, ein intensiver Schmerz. Drehen wir das doch einfach mal um:

  • Eine angejahrte Autorin, als Romanautorin ein Youngster, beißt sich durch.
  • Ein Stimme, die etwas zu sagen hat, ist nicht zart und fiepsig und kaum hörbar, sondern sie dringt durch zu ZuhörerInnen und LeserInnen.
  • Eine hartnäckige Verehrerin liebt das Objekt ihrer Begierde aus ganzem Herzen - so wie ich Bücher, das Lesen und das Schreiben liebe. Und diese Liebe spürt man in jeder Zeile.
  • Okay, der Schmerz, nicht gelesen zu werden, wäre intensiv nach all dem Herzblut, das ins Schreiben floss. Noch ist "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!" kein Bestseller. Autsch!?

Copyright: Sigrid Ruth Stephenson

In einem Gewirr aus Seerosenblattstielen können Schwimmer sich verfangen. Gefährlich! Doch die Blüten der Seerosen sind wunderschön. Auch Erinnerungen können gefangennehmen. Und  ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

 

Gestern schrieb eine Leserin mir:  "Ich bin 1949 geboren und vieles, was du so anschaulich beschreibst, kenne ich aus meiner Kindheit. Oft muss ich innerlich lächeln bei der Begleitung von Hannahs Erlebnissen, Gedanken und Gefühlen." Ein Lächeln auf den Lippen meiner LeserInnen? Das ist doch wunderschön! Und weil ich mir wünsche, dass das noch viele andere erleben, mache ich hier einfach penetrant weiter und erzähle euch mit Freude von Hannah und von meinen Erfahrungen als alternde Jungautorin.


Dienstag, 24. August 2021

Buddhistische Niederwerfungen als Fitmacher für Autoren

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Sitzen ist das neue Rauchen, las ich zu meinem Unbehagen vor einiger Zeit. Ich bin begeisterte Nichtraucherin, sitze aber als Stubenhocker und Schreibtischtäter definitiv viel zu viel. Ich lese viel, ich schreibe viel. Was kann ich tun, um dennoch auf Dauer gesund zu bleiben?

Das mit der ausgewogenen Ernährung klappt schon mal, für die Bewegung aber fehlten zuletzt der Sparringpartner und die Begeisterung für eine bestimmte Sportart. Da kam mir kürzlich ein Vorschlag von Peter Beer gerade recht, in dessen Achtsamkeitsacademy ich Mitglied bin. Ein Kurzworkshop beschäftigt sich online mit dem Stichwort Morgenroutine. Peter legt den Kursteilnehmern unter anderem die Niederwerfungen ans Herz - kurz nach dem Aufstehen. Diese buddhistische Praxis geht mit tiefem Ein- und Ausatmen einher. Man faltet die Hände vor der Brust, atmet tief ein, wirft sich ausatmend auf die Knie, beugt sich tief nach vorn, richtet sich wieder auf. Faltet die Hände vor der Brust, atmet ein und beginnt wieder von vorn. Denkbar simpel, macht den Kopf frei, den Körper fit und bringt Muskelkater in den ersten Tagen, der zeigt, dass man endlich mal wieder was getan hat.

 

Copyright: Sigrid Ruth Stephenson

Hier verbeugt sich ein Baum - ihr könnt das auch und kommt sogar wieder hoch. ;-)
 

Ich habe nicht vorher den Arzt befragt, ob diese Übung gut für mich sei. Ich höre da auf mein Bauchgefühl. Wer aber gesundheitliche Einschränkungen hat, fragt wohl besser vor Beginn. Mir jedenfalls hilft diese Übung, den Kreislauf in Schwung zu bringen und frisch gestählt - noch vor dem Frühstück - das erste Schreibstündchen einzulegen. "Wann erscheint Band II?", fragte gestern ungeduldig Gisela, eine geneigte Leserin, die Band I von Hannahs Geschichte* gerade ausgelesen hat. "Du hast eine so wunderbare Ausdrucksweise. Und du meine Güte, war Hannah mutig, dass sie ... Ich möchte unbedingt weiterlesen!"

Bin dran, meine Liebe(n). Und - dank der Niederwerfungen - Kreislauf und Geist spielen mit. 

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth 

 * Für alle, die feststellen möchten, ob Gisela richtig liegt mit ihrer Einschätzung, geht's hier direkt zur Leseprobe von Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...! Einfach links auf die drei Querstriche  und dann auf Hannah klicken. Viel Spaß beim Eintauchen in eine fast vergessene Zeit! :-)  

Sonntag, 22. August 2021

Lebensrückblick, Corona und der mittlere Weinschwärmer

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Wir leben in einer verrückten Welt. Oder sollte ich lieber sagen in einem traurigen, entmutigenden Umfeld. Corona, Überschwemmungen mit dramatischen Folgen in meiner alten Heimat, Elend am Flughafen von Kabul und so viel Schreckliches mehr. Kürzlich erst hörte ich von einem Elternpaar, das einander erschoss, weil es im ersten Stock feststellen  musste, dass das Erdgeschoss mit den beiden Kindern im Nu überflutet war. Das hat mich sooo getroffen ...! Und doch gibt es noch immer so viel Schönes. Gestern entdeckte ich auf der Wiese im Garten meines Liebsten ein mir bis dahin völlig unbekanntes faszinierendes Insekt. 

 

 

Copyright Sigrid Ruth Stephenson

Unheimlich und niedliche zugleich ...

Eine Raupe mit riesigen Augen, ganz schön dick und etwa vier Zentimeter lang. Im Netz identifizierte ich sie wenig später als Raupe des mittleres Weinschwärmers, einer Nachtfalterart. Auf dem so prächtig blau blühenden Agapanthus nicht weit entfernt und auf dem so leuchtend gelben Sonnenhut tummelten sich Hummeln und Schmetterlinge. Ein Stück heile Welt, die für den Moment vergessen lässt, was alles im Argen liegt.


 Copyright: Sigrid Ruth Stephenson

In der Natur fallen viele Sorgen von mir ab. Sie ist es wert, dass wir sie erhalten.

Auf mein eigenes Leben als Hannah schreibend und wiederlesend zurückblicken zu können, versetzt mich in tiefe Dankbarkeit. Mein Leben ist wahrlich herausfordernd gewesen, so wie wohl jedes Leben. Aber es hielt auch so viel Schönes für mich bereit. Das kann mir niemand nehmen. Aber was ist mit meinen Kindern und Enkeln, was ist mit euren Kindern und Enkeln? Wir sollten tun, was wir können, damit es ihnen in Zukunft nicht allzu schlecht geht. Das hat viel mit Verzicht zu tun, dürfte aber  umso leichter fallen, wenn wir dankbar auf das zurückblicken, was wir in relativer Sorglosigkeit schon hatten.

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth 

 

50er & 60er Jahre: Lebenserinnerungen , Rezepte und Eintragseiten für autobiografische Anfänger

 Moin, ihr Lieben! An dieser Stelle habe ich lange nicht von mir hören lassen. Das Leben tobte anderswo. Nun aber: Es gibt ein neues Hannah-...