Finde hier jede Menge lebendiger Inspiration und Tipps, um deine Lebenserinnerungen, deine eigene Biografie zu schreiben und in Form zu bringen! Geschrieben von einem Kind der Fünfziger Jahre, geboren im Kohlenpott. Gedacht FÜR DICH!

Montag, 4. April 2022

Zärtliche Liebe - meine lebenslange Freundschaft mit Büchern

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Der Roman, den ich gerade lese, neigt sich seinem Ende entgegen und wieder einmal konnte ich das wunderbare Gefühl erleben, mit den erfundenen Figuren eines Romans so vertraut zu werden, das ich sie gern als echte Freunde und Freundinnen gehabt hätte. Freunde, die atmeten und redeten und die sich warm anfühlten, wenn man sie umarmte, und denen man einfach gern in die Augen sah, weil man darin erkennen konnte, dass auch sie einen mochten. Ich spüre auch schon wieder den Abschiedsschmerz, der zweifelsohne eintreten wird, wenn ich die letzte Seite gelesen haben werde. 

So etwas wünsche ich mir auch für die Leser und Leserinnen meiner Hannah-Trilogie. Noch arbeite ich an Band 3. Gestern habe ich ein Literaturverzeichnis eingefügt, das die wichtigsten Bücher in Hannahs - in meinem - Leben kurz vorstellt. Echte Bücherfreunde. Sie gehören zu mir und meinem Leben. Was Hannah betrifft, so wünsche ich mir, dass ihr, meine lieben Leserlinge, wenn ihr dann auch noch Band 3 gelesen haben werdet, die Bücher ebenso liebevoll ins Regal stellen werdet wie ich es mit den Büchern tue, die mir wirklich gefallen und mir etwas bedeutet haben, die mich weiterhin begleiten sollen. Die mich nicht nur unterhalten, sondern mir auch zu Einsichten verholfen haben.

Meine Liebe zu Büchern - in einem kleinen Extrakapitel habe ich gerade darüber geschrieben. Ihr dürft es schon einmal lesen:

 

Bücherliebe

Schon früh hatte Hannah an die eine – romantische –  Liebe fürs ganze Leben geglaubt. Mit ihren Ehemännern war ihr das, zu ihrem Kummer, nicht gelungen. Inzwischen gab es mit Gabriel einen neuen Mann in ihrem Leben, den sie liebte und der sie liebte. Aber würde das auch so bleiben? Sie konnte es nicht wissen, nicht sicher wissen - wie sollte sie auch. Eine treue Liebe aber, die würde in jedem Fall bleiben, das wusste sie: ihre Liebe zu Büchern. Es gab sie in jedem Zimmer ihrer Wohnung, inzwischen gab es sie auch fast in jedem Raum in Gabriels Haus. Da war das niedrige Bücherregal, über Eck gebaut, das sie, neben einem eigenen Schreibtisch, in seinem Wohnzimmer hatte aufstellen dürfen, das – nach dem Auszug seiner zweiten Frau – mit sehr wenigen Möbeln hatte auskommen müssen und fast leerstand, bis auf die riesigen Zimmerpflanzen natürlich, die nun einmal zu Gabriels Welt gehörten. In einem Schuber auf dem Küchenschrank hatte Hannah einige Kochbücher untergebracht. Auch im ehemaligen Kinderzimmer, in dem Hannah oft schlief, wenn sie neben Gabriel nicht zur Ruhe fand, gab es eine Auswahl von Büchern. In dem kleinen Kiefernschrank in der Diele lagen ein paar Werke, die Gabriel dort zwischenparkte, weil sie sie ihm empfohlen hatte und er sie demnächst lesen wollte. Nur das Bad war freigeblieben von Hannahs Leseleidenschaft. 

Mit dem Buch "Freundschaft mit Büchern", das Tante Rut Hannah als Kind geschenkt hatte, war es so richtig losgegangen. Ein schmaler Band nur, doch wirkungsvoll. Er hatte Hannahs Wunsch, mit Büchern wirklich zu leben, quasi legitimiert. Malte hatte das mitbekommen. In seinem Abschiedsbrief hatte er versprochen, sie finanziell zu unterstützen, so dass sie sich eine große Wohnung würde leisten können, für sich und all ihre Bücher. Es hatte ein wenig schmerzlich geklungen, beinahe so, als seien sie Nebenbuhler gewesen für ihn. Gefährten, mit denen Hannah sich still und verträumt in ihren Lesesessel oder in ihr Bett zurückgezogen hatte, anstatt ihn bei all den Unternehmungen und noch mehr Unternehmungen zu begleiten, die ihm gefielen – draußen in der Welt.
Seite Hannah – zu der Zeit, da sie gerade mit Lorenz zusammen gewesen war – mutig ihren eigenen Bücherblog gegründet hatte, war die Anzahl der Bücher noch deutlich gewachsen.
Damals hatte sie in seiner hochherrschaftlichen Wohnung am Schreibtisch gesessen, der so riesig war, das man von zweiten Seiten aus daran arbeiten konnte. Immer wieder trudelten seitdem kostenlose Rezensionsexemplare bei ihr ein. Immer mehr Verlage schickten ihr Programme und fragten nach ihren Wünschen oder schickten Mails und wiesen auf Neuerscheinungen hin. Schön war das.

Ein eigenes Bücherzimmer besaß Hannah zwar immer noch nicht. Eines, in dem sie wie in einer Stadtbücherei en miniature zwischen den Regalen würde flanieren können, um zu sehen, wie groß die Schar ihrer Bücherfreunde inzwischen geworden waren, die sich dort, wohlgeordnet und liebevoll gepflegt, zusammengefunden hatten. Es war auch nicht die Bibliothek im englischen Herrenhaus geworden, die sie damals in diesem Tagtraum vor sich gesehen und aufgezeichnet hatte. In der ihr derzeitiger Ehemann zufrieden im Licht einer Leselampe sitzen würde, umgeben von Wänden, die von der Fußleiste bis zur Zimmerdecke mit Büchern gefüllt waren, während im Hintergrund ein Feuer im offenen Kamin brannte, der so eingebaut worden war, dass er die Bücher nicht gefährdete. Ihr Traum hatte sich eher im Kleinen erfüllt. Es waren genug Bücher da. Tolle Bücher. Bis an ihr Lebensende würde sie wohl selbst dann mit Lesestoff eingedeckt sein, wenn nicht immer noch neue dazukämen.


Die Liebe zu Büchern – für Hannah war auch sie eine romantische, eine zärtliche Liebe. Keine Konkurrenz zu ihrer Liebe zu den Männern ihres Lebens, denen sie sich weiterhin in einer besonderen Art von Treue verbunden fühlte, aber eben doch voller Herz und Nähe und Glück. In gewisser Weise waren auch Bücher so etwas wie lebendige Wesen für Hannah. Und wenn es nicht völlig verrückt gewesen wäre, so hätte sie behauptet: Ich liebe sie von Herzen - und sie lieben mich auch. Was auch immer passiert, dachte sie, Bücher sind treu. Mit ihnen werde ich niemals allein sein. Lieben, Lesen, Schreiben – was brauche ich mehr zum Glück.

Apropos Schreiben. Für Band 3 brauche ich noch ein bisschen Zeit ... Bis dahin habt auch ihr noch ein Muße, um euch in Band 1 "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!" oder in Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd" oder gleich in beide vertiefen. Genießt es. Wäre doch schön, ihr würdet die Vorgeschichte kennen, wenn es dann endlich zum Finale geht. Ich freu mich auf euch. :-)

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth


 


Freitag, 1. April 2022

Lilly und die Liebe - wahrlich märchenhafte Begegnung mit einer kleinen grauen Katze

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Manchmal geschehen einfach märchenhafte Dinge. Reine Magie. Die Begegnung mit Lilly, der jungen graugetigerten Katze, werde ich wohl niemals vergessen. Vorhin erst sagte mein Liebster, als ich ihn an Lilly erinnerte: "Das war eines der schönsten Erlebnisse meines ganzen Lebens." Da konnte ich ja gar nicht anders, als diese Geschichte in Hannah Bd. 3 zu verewigen. Hier ein Auszug für euch:

... „Sie muss doch Hunger haben“, sagte Gabriel, der immer Hunger hatte. „Na ja, sie wird schon umkehren. Bis zum Labyrinth wird sie ganz sicher nicht mitkommen.“
Hannah spürte in ihren Bauch hinein. „Wetten doch ...!“, sagte sie hoffnungsvoll. Sie mochte die Gesellschaft der kleinen Katze so sehr, fühlte sich geehrt, dass sie nicht von ihrer Seite wich. Ohne Unterlass folgte Lilly ihnen durch das hügelige Endmoränengebiet der Seenlandschaft. Als Gabriel aber ein Stück weiter seitlich ging, um weniger matschiges Terrain zu finden, miaute Lilly kläglich und sah von Gabriel zu Hannah – immer hin und her. Es wirkte deutlich so, als wolle sie die beiden Menschen, die sie doch zuvor noch nie gesehen hatte, zusammenhalten. Oder wollte sie einfach nicht zwischen einem von ihnen beiden wählen müssen?
Gabriel kam zurück und streichelte das verschmuste Tier. „Kannst du uns denn nicht mal zeigen, wo wir lang müssen, Lilly?“ Er lachte. „Womöglich haben wir uns verlaufen.“
Hannah fluchte innerlich vor sich hin und ging dennoch weiter. Sie stapften und spähten, spähten und stapften. Doch sie fanden den geheimnisvollen Ort nicht. Da war kein Anhaltspunkt, der ihnen hätte weiterhelfen können. „Das ist hier viel zu nass für Buchen“, sagte Gabriel. Doch dann erhellte sich sein Blick. „Guck mal da hinten, eine hohe Kiefer! Wo eine Kiefer wächst, könnte auch eine Buche stehen. Komm, ein Stück gehen wir noch ...!“
Lilly miaute. Im nächsten Moment entdecke Hannah zwei Steinmännchen, die eine Art Pforte markierten, die ins Wäldchen hineinführte. „Da muss es sein!“ Das fand die Katze offenbar auch. Sie überholte und lief vorneweg.

...

Demnächst könnt ihr lesen, wie es weiterging. Bis dahin dürft ihr euch gern in Band 1 "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!" oder in Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd" oder gleich in beide vertiefen. Und vielleicht habe ihr ja eine Katze, die so lange treu an eurer Seite sitzt. :-)

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth 


Donnerstag, 31. März 2022

Wie schreibt man eine Biografie mit Happy End, wenn das Chaos droht?

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

1955, als die kleine Hannah, mein alter ego, zur Welt kam, lag das Ende des 2. Weltkrieg zehn Jahre lang zurück. In der Wiesenstraße unweit des Essener Hauptbahnhofs gab es noch Trummergrundstücke. Eines lag gleich gegenüber des Mietshauses, in dem Hannah mit ihren Eltern lebte. Für sie war das Grundstück ein Paradies. Da träumte sie sich in die Wolken hinein, da ließ sie Marienkäfer über ihre nackten Arme krabbeln, da brach sie wilden Rhabarber ab und kaute auf den sauren Stengeln herum. Die Familie wohnte zu fünft in einer Zweieinhalbzimmer-Wohnung. Hannah schlief in der Küche. Man musste sparen, Hannah und ihre Geschwister trugen abgelegte Klamotten von Verwandten. Aber in der Küche bullerte ein Ölofen und machte es gemütlich warm. Im Wohnzimmer kamen Briketts in den Ofen. Bald zog ein erster Schwarz-Weiß-Fernseher ein. Hannah genoss es, Bücher aus der Stadtbücherei auszuleihen und in ihre Fantasiewelt abzutauchen. Das Leben war nicht immer leicht, aber es war friedlich. Und dieser Frieden, Frieden in Deutschland, schien ewig anzudauern. Etwas anderes war auch für die erwachsen gewordene Hannah nicht denkbar. 2020 feierte man 75 Jahre Frieden. 2022 herrscht immer noch Frieden auf deutschem Boden, aber wie fragil ist er geworden. Noch ist es gemütlich warm in den Häusern, aber was die Versorgung mit Gas anbelangt, so wurde bereits die erste Warnstufe ausgerufen. Wenn man an die Menschen in der Ukraine denkt und an ihr Leid, könnte man heulen.

Als ich begann, Hannahs Geschichte aufzuschreiben, wusste man weder von Corona noch vom Ukraine-Krieg. Nun bewegt mich die Frage, ob ich das in Hannahs Geschichte, die ja noch andauert, ausklammern soll/darf oder nicht, wenn ich - wie bisher auch - authentisch schreiben möchte. Denn Hannah soll ja ein Buch sein, das letztendlich gern gelesen wird. Und ein gutes Ende, das berühmte Happy End, war angedacht - bis vor kurzem auch noch berechtigt. Und nun - was tun? Was denken? Was fühlen? Schwierige Fragen für mich, auf die ich noch keine Antwort weiß.

Ich hoffe so sehr auf den Frieden und darauf, dass in die Herzen der Entscheidungsträger Vernunft und Mitmenschlichkeit einzieht und die Erkenntnis, dass jedes einzelne Menschenleben eine Kostbarkeit ist, die es zu schützen gilt.

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth 

Wenn ihr wissen möchtet, wie es Hannah bisher ergangen ist oder die friedliche Marienkäfer-Szene lesen möchtet: Hier geht es zu "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!" Und hier zu Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd".

Montag, 28. März 2022

Traumreise Amerika und Los Angeles in den 1980er-Jahren

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Anfang der 1980er-Jahre. Der Dollar-Kurs war günstig und eine Reise nach Amerika zählte für viele Deutsche zu den Traumzielen, auch für Hannah und Conrad. Die waren damals Mitte zwanzig und opferten ihre Ersparnisse, um die USA zu sehen. So viele spannende Stationen gab es bei der geplanten Busreise quer durchs Land, in deren Verlauf sie in stinkenden Zelten nächtigten. Aber das war nicht so wichtig. Viel wichtiger war, was es zu sehen gab. Die Zauberwelten rund um Los Angeles zum Beispiel:

Die Universal Studios in Los Angeles wollte auch Hannahs inzwischen dauermüder Mann Conrad offenbar mit allen Sinnen genießen – was für ein Glück, dass er nicht streikte. In einer Mini-Eisenbahn fuhren sie übers Gelände und eine Show der Superlative begann. So etwas war ihnen aus Europa vollkommen unbekannt: Aus dem Nichts auftauchende Kanonen stießen Dampfwolken aus. Im nächsten Moment fuhren die Besucher in eine Raumfahrtstation hinein, wo Monster und Roboter einen galaktischen Überfall inszenierten. Beinahe zum Anfassen nah waren die Marsmenschen an ihren Schaltpulten zu sehen, die peitschenden Flammen, die Laserkanonen, die ihren tödlichen Strahl auf Puppen richteten, die getroffen zu verglühen schienen. Rote Lampen leuchteten auf, ein Schauspieler im grellorangefarbenen Dress ballerte wie wild um sich. Ohrenbetäubender Lärm erfüllte das Studio. Vollkommen gebannt verfolgte Hannah das Spektakel, mit vor Staunen offenem Mund.
„Instantly you will enter our test studios“, sagte die Stimme aus dem Lautsprecher. Eine Schiebetür wich zur Seite – die Bahn fuhr ein. In einem der Räume saß ein Mann auf einem schweren Motorrad, während hinter ihm auf der Leinwand ein Film die Straßen von Monte Carlo zeigte. Es wirkte so, als führe dieser Mann wirklich und genau in diesem Moment dort herum. Sie erlebten bewegliche Fußböden, austauschbare Wände, Fenster, hinter denen man es nach Belieben regnen oder schneien lassen konnte. In einem weiteren Raum hob ein Mann mit einer Hand einen schweren Wagen an und ein anderer sprang über eine Stahlsprossenwand, wie von Geisterhand getragen.
Hannah schwebte inzwischen beinahe selbst – vor Glück und Begeisterung. Alle ihre Sinne waren angeregt, all ihre Antennen ausgefahren. Ihre Nerven vibrierten. 

(Nicht nur, wenn sie an den schönen Neuseeländer dachte, der die Reise auch gebucht hatte ...)

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Wenn ihr wissen möchtet, wie es weitergeht: Hier geht es zu Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd". Und hier - für alle, die wissen wollen, was vorher geschah, zu  "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!".

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth 

 

Sonntag, 27. März 2022

Glück ist, den Zusammenstoß mit einem 20-Tonner fast heil zu überleben

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Im Grunde wissen wir es alles: In jedem Augenblick kann es vorbei sein, das Leben. Ein unschöner Gedanke, oder? Umso schöner, wenn man einen Momente erlebt, der der letzte hätte sein können, und ihn weitgehend heil überlebt. Vor allem, wenn man erst zwanzig ist. Aber das macht was mit einem ...! Hier ein Auszug aus "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd ...!" für euch.

Im Bruchteil von Sekunden wurde alles anders. Hannah spürte etwas Dunkles, Fremdes, Bedrohliches im Nacken, wie eine schwarze Faust, die nach ihr griff. Im nächsten Moment rumste es gewaltig und die Welt schien stillzustehen. Ganz kurz nur. Dann knallte Hannah, trotz Gurt, mit der Stirn vor die Sonnenblende und zurück gegen die Rückenlehne. Ihr Herz raste. Sie schnappte nach Luft. Sie sah ihren Verlobten an. Conrad war kalkweiß im Gesicht. Hannah suchte vergeblich nach Blut. Irgendwo musste doch Blut sein. Ganz viel Blut.
„Ist dir was passiert?“, fragte sie. Hatte sie das nicht kürzlich erst gefragt ...
„Ich, eh ..., nein, ich glaub nicht. - Dir?“
„Ich weiß nicht ...“
„Wir müssen raus aus dem Wagen. Wer weiß, ob er nicht explodiert“, sagte Conrad tonlos.
Mit wackeligen Knien stieg Hannah aus, im selben Moment wie er. Ein Mann kam von hinten auf sie zu. Er sprach mit holländischem Akzent und sah zerknirscht aus.
„Ich habe gebremst, wirklich“, beteuerte er. „Müssen Sie glauben, haste bliv. Aber dann war da ...“
„Aber Sie müssen uns doch gesehen haben!“, rief Conrad. „Mein Gott, haben Sie keine Augen im Kopf?“
Hannah blickte dem Mann über die Schulter in Richtung des Ungetüms, an dessen Steuer er gerade noch gesessen hatte. „Sie sind ohne Beifahrer unterwegs?“, fragte sie entgeistert.
„Het spijt me. Det Chef will det so. Aber mit zwanzig Tonnen unter det achterste musst du vervloekt lange bremsen. Verstaan?“
Hannah konnte es nicht fassen und nickte doch wortlos. Wir leben, dachte sie, das allein zählt. Was für ein verdammtes Glück, dass unser Käfer seinen Motor hinten hat.

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Wenn ihr wissen möchtet, wie es weitergeht: Hier geht es zu Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd". Und hier - für alle, die wissen wollen, was vorher geschah, zu  "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!".

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth

Samstag, 26. März 2022

Liebe, Leben, Hoffnung, Kampf - von der Vielfalt der Gefühle

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Glück und Leid, heißt es, liegen im Leben oft nah beieinander. Eine Binsenweisheit oder schlicht Realität. In jedem Fall war es das, was Hannah am eigenen Leib erfuhr. Gefühlt gerade erst war sie so süß verliebt gewesen in Gustl, ihren niederbayerischen Kurschatten, war im Allgäu mit ihm um den kleinen See vorm Kurhaus marschiert, hatte in ihrem Zimmer in seinen Armen gelegen und an seiner Seite in der berühmten Wieskirche einem Orgelkonzert gelauscht. Nun war sie wieder daheim und kämpfte mit ihrem Sohn Roman um sein Leben. Sie konnte es einfach  nicht fassen.

Hier ein Auszug aus Hannah Bd. 2 "Ohne Mann ist auch echt blöd ...!", in dem nicht nur Hannahs weitere Geschichte, sondern auch ein ganz entscheidender Teil von Romans Geschichte erzählt wird. Ein Leben ohne ihren Erstgeborenen, das wäre für Hannah unvorstellbar gewesen. Dass er unerwartet so krank wurde, hatte große Auswirkungen auf seine eigene, aber auch auf Hannahs Entwicklung. Niemals war ihr ihr Lebensmotto "Man wächst mit seinen Aufgaben" passender und wichtiger erschienen. Dass Roman ein Vierteljahrhundert später vergleichsweise guter Dinge seinem 40. Geburtstag entgegensehen und sie mindestens so viel von ihm lernen würde wie umgekehrt, wer wiederum hätte das gedacht ...

 

...

Hannah saß in ihrem hellgrünen Kittel in dem Einzelzimmer in der Intensivstation, in das Roman verlegt worden war, an seinem Bett und las ihm aus einem Karl-May-Buch vor. Sein blasses Gesicht war eingerahmt von einem weißen Verband, der den ganzen Kopf umhüllte. Ob ihm das, was sie vorlas, gefiel oder nicht und ob er es überhaupt aufnehmen konnte, wusste Hannah nicht. Roman konnte noch immer nicht ein Wort sprechen.
Ein Geräusch an der Tür. Der freundliche Oberarzt kam herein und bat Hannah heraus. Sie folgte ihm in einen Nebenraum.
„Ich habe keine guten Nachrichten, Frau Adelmann. Wie Sie wissen, gibt es viele kleine Absiedlungen in der Wirbelsäule. Es gibt aber auch zwei große Metastasen. Eine davon sitzt ganz oben.“ Er deutete an seinem eigenen Kopf auf den Übergang zwischen Hinterkopf und Nacken. „Wenn die nur noch ein klein wenig weiter wächst, wird Roman ersticken.“
„Oh Gott!“ Die Tränen liefen Hannah die Wangen hinunter. Sie suchte mit zitternden Fingern nach einem Taschentuch, wischte sie fort und schnäuzte sich die Nase. Ich darf jetzt die Nerven nicht verlieren, dachte sie. Ich muss stark bleiben, ich muss. Für Roman. Zu ihrer eigenen Verwunderung fragte sie nicht nach, ob das nun das endgültige Todesurteil sei. Sie fragte: „Wie soll ich denn jetzt weiter Karl May vorlesen? Woher soll ich denn jetzt noch die Kraft nehmen?“
Mitfühlend sah der Arzt sie an. Er nickte nur und sagte nichts.


Gottes Strafe?

Was kann ein Mensch ertragen? Hannah konnte es einfach nicht fassen. Und wieder war der Gedanke da: Was haben wir Böses getan, für das wir nun büßen sollen? Aber wir? Hannah zögerte. Nein, ich! Gustl fiel ihr ein. Ist diese schreckliche Prüfung am Ende eine Strafe für meinen Seitensprung? Aber ich habe mich doch nur verliebt. Liebe kann doch keine Sünde sein. Und was haben Ines und Roman damit zu tun ...?

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Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth

Freitag, 25. März 2022

Echte Liebe - wenn aus einem Kurschatten etwas Lebenslanges wird

 

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Als junges Mädchen war Hannah ziemlich überzeugt davon, als alte Jungfer zu enden. Schließlich war sie schon vierzehn und noch immer ohne Freund. Dass sie in ihrem Leben mehr Männer lieben würde, als sie je gedacht hätte, überraschte niemanden mehr als sie. Sogar ein "Kurschatten" war dabei: Gustl. Der Niederbayer würde sich zu einer lebenslangen liebevollen Freund entwickeln - und doch bei Fanny bleiben würde, seiner Frau. Was Hannah unbedingt richtig fand. Eines Tages würde er zu ihr sagen: "Ich habe in meinem Leben nur zwei Frauen geliebt - Fanny und dich." Und das musste genügen.

Hier ein kurzer Auszug aus Hannah Bd. 2:


Fern von ihm

Sie waren seit genau zwei Wochen ein Paar auf Zeit, da fuhr Gustl heim, zurück zu Fanny, seiner Frau. Die wusste inzwischen von Hannah und hatte ihr tatsächlich einen einfühlsamen Brief geschrieben: „Ich gebe euch die Zeit, die ihr braucht, damit eure tiefe Romanze sich klären kann, wenn Gustl das will“, hatte sie geschrieben. „Ich werde den Kontakt zwischen euch nicht von mir aus unterbinden.“ Was für eine Frau!

Hannah hatte nun noch eine Woche vor sich und wusste nicht, wie sie es aushalten sollte ohne ihn. Doch sie musste. Zugleich war es ihre Aufgabe, sich auf ihre Heimkehr innerlich einzustellen. Zurück zu ihrem Mann und zu ihren Kindern. ...


Wenn ihr wissen möchtet, wie es weitergeht: Hier geht es zu Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd". Und hier - für alle, die wissen wollen, was vorher geschah, zu  "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!".

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth

50er & 60er Jahre: Lebenserinnerungen , Rezepte und Eintragseiten für autobiografische Anfänger

 Moin, ihr Lieben! An dieser Stelle habe ich lange nicht von mir hören lassen. Das Leben tobte anderswo. Nun aber: Es gibt ein neues Hannah-...