Finde hier jede Menge lebendiger Inspiration und Tipps, um deine Lebenserinnerungen, deine eigene Biografie zu schreiben und in Form zu bringen! Geschrieben von einem Kind der Fünfziger Jahre, geboren im Kohlenpott. Gedacht FÜR DICH!

Montag, 14. März 2022

Zeugen Jehovas oder Hauskreis - Suche nach Trost im Glauben

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Die Welt wird gefährlicher und es wird - wie immer in Krisenzeiten - wieder mehr gebetet. Auch für Hannah war die Frage danach, ob es einen Gott gibt und wie sehr er an ihrer Seite stehen würde, jahrelang sehr wichtig. Es waren spannende Jahre ...! Nicht nur, als sie mit den Bibelforschern, auch Zeugen Jehovas genannt, die Bibel studierte und Conrad sagte: "Wenn du demnächst mit dem Wachturm an der Ecke stehst, lass ich mich scheiden." Diese Phase hatte sie irgendwann überwunden. Aber dann kam für Hannah, die gläubige Protestantin, der Umzug ins katholische Sauerland ...

„Guten Morgen“, sagte der Pastor und reichte ihr die Hand.
„Guten Morgen“, sagte Hannah und unterdrückte ein Seufzen.
Wie hätte sie auch ahnen können, wie gut dieser Morgen noch werden sollte.

*


Hannah fand einen Platz am Gang in einer mehr als halbleeren Reihe und sah sich möglichst unauffällig um. Nicht mehr als fünfzehn, sechzehn Besucher, schätzte sie, ganz wie ich gedacht habe. Das Sonnenlicht fiel durch die bunten Fenster und malte Bilder auf die weißen Wände. Die Orgel spielte. Das erste Lied wurde gesungen. Der Pastor griff zur Bibel und las die Bibelstelle vor, die an diesem Sonntag dran war. Dann geschah es: Drei Reihen vor ihr zogen zwei junge Leute etwas aus der Tasche. Was ist das denn? Hannah traute ihren Augen nicht. Haben die etwa ihre eigene Bibel dabei?! So etwas hatte Hannah noch nie während eines normalen Gottesdienstes gesehen. Die beiden müssen gläubig sein, dachte sie aufgeregt. Die muss Gott mir geschickt haben, ganz bestimmt. Die muss ich ansprechen, gleich nach dem Gottesdienst, unbedingt. Oh danke, lieber Gott! ... lieber Herr Jesus! Eh ... Ob ich dem Heiligen Geist vielleicht auch noch danken sollte ...?

Wildfremde Leute einfach so anzusprechen, das war eigentlich nicht Hannahs Art, doch im Vertrauen auf Führung von oben wagte sie es: „Ich habe gesehen, dass Sie mitgelesen haben“, sagte sie, „das ist, eh, eher ungewöhnlich ...“

(Auszug aus Hannah - Bd. 2)

 

Hannah Bd. 1 erschien im Sommer 2021, Bd. 2 im selben Jahr zu Silvester. Hannah Bd. 3 ist gerade schwer in Arbeit ...

 

Hier geht es zu den kostenlosen und umfangreichen Leseproben von  "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ..." oder in "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd ...".

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth 

 

Sonntag, 13. März 2022

Als Rentnerin mit Zeit zum Nachdenken das Leben rückwärts verstehen

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Kennt ihr diesen Schnack: Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden?! Ein Satz, über den man erst einmal nachdenken muss. Stimmt das denn? Verstehe ich nicht bereits, während ich gerade mitten dabei bin zu leben? Meine Erfahrung ist: Nein. Denn dann bin ich gerade viel zu mit den aktuellen Endrücken beschäftigt, um darüber nachdenken zu können. 

Seit eineinhalb Jahren aber bin ich Rentnerin und habe dadurch viel Zeit, um die Bilder meines Lebens an meinem inneren Auge vorüberziehen zu lassen und über das Dasein zu reflektieren. Von dieser Erkenntnis war es nicht weit bis zu dem Schritt, meine Erinnerungen und auch meine Erkenntnisse aufzuschreiben. Das hat mich über viele, viele erhellende Arbeitsstunden dazu gebracht, dass ich allmählich der Vollendung von Band 3 der Hannah-Trilogie entgegensehe. Und es ist tatsächlich so, dass ich noch nie so viel über mich gelernt habe - Schönes und weniger Schönes - wie während dieses Denk- und Schreibprozesses. Sehr empfehlenswert das Ganze. Endlich erkenne ich den roten Faden und verstehe mehr und mehr, wozu was in meinem Leben gut war. Und dass ich, da ich ja ständig weiterlebe, weiterhin - rückblickend und rückwärts - noch viel zu verstehen haben werde. Prima, oder? So wird das Leben wenigstens nicht langweilig.

 

                                                                        Copyright: Sigrid Ruth Stephenson

 Ideal zum Nachdenken und zum Schreiben, so ein Pavillon ...

 

Für alle, die es interessiert, Band 1 der Hannah-Trilogie "Hannah - Das Kind will nicht heiraten" gibt es übrigens vom 18. März 2022 an für vier Tage gratis. Bitte selbst nutzen und/oder weitersagen. Dankeschön und viel Spaß beim Lesen!

Hier geht es zu den kostenlosen und umfangreichen Leseproben von  "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ..." oder in "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd ...".

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth 

Samstag, 12. März 2022

Quillajarinde - der Traum von Bücherwand und Privatbibliothek

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Ich liebe Bücher über alles. Das war schon immer so. Ein Leben ohne sie kann ich mir nur schwerlich vorstellen. Und es gab bereits in meiner Kindheit ein Buch, das zu meinem Traum beitrug, eines Tages eines eigene Bibliothek zu besitzen oder zumindest eine umfangreiche Bücherwand. Ein kleines Kapitel in Hannah Bd. 1 erzählt davon:

 

Quillajarinde

Das versprochene Buch schickte Tante Rut tatsächlich. Es war nur ein schmaler Band, doch schon das Titelbild zog Hannah in seinen Bann. Es zeigte, gut ausgeleuchtet, ein Holzregal in einem warmen Farbton. Darin standen, sorgfältig aufgereiht und gestapelt, viele schöne Bücher. Neuere und solche, die schon uralt wirkten, die meisten davon mit Golddruck. Ein gewisser Helmut Bode hatte das Buch 1962 geschrieben. Es hieß Freundschaft mit Büchern. Hannah las es von der ersten bis zur letzten Seite. Sie betrachtete die alten Stiche ebenso aufmerksam wie die Aufnahme von der Frankfurter Buchmesse und las mit vor Staunen offen stehendem Mund, dass dort jährlich siebzig- bis achtzigtausend Bücher gezeigt wurden. Sie sah sich das Foto der Studenten an, die im riesigen Lesesaal der Freiburger Universitätsbibliothek an langen Tischen saßen und lernten. Sie fühlte sich mit Rembrandts Mutter von Herzen verbunden, die, ein dickes Buch lesend, auf einem Gemälde ihres Sohnes zu sehen war. Und nicht weniger mit dem lesenden Bibliothekar, der vor einem bis zur Decke vollgestopften Bücherregal auf einer Leiter stand – ein Buch in der linken Hand vor seine Nase haltend, eines unter die Achsel, ein weiteres zwischen die Knie geklemmt und ein drittes in der rechten Hand. Sie sah sich ehrfurchtsvoll die Anleitung an, wie man ein neues Buch aufzuklappen habe: mit dem Rücken auf der Tischplatte, Herunterklappen der Buchdeckel nacheinander, Umblättern der einzelnen Seite von vorn beziehungsweise hinten bis zur Mitte, Zuklappen. So ging man also mit Bücherfreunden um. Sie las, dass man Kaffeeflecken in Halbleinenbänden mit reinem Glycerin entfernen möge und Bierflecken mit einem kaltbereiteten Auszug von Quillajarinde. Quillajarinde. Sie las sich das Wort laut vor. Was das wohl war? Was für ein schönes, weiches Wort! Sie erfuhr, dass in Wahrheit nur geistige Nahrung glücklich mache, und kam zu dem Schluss, dass Bücher nicht nur etwas sehr Schönes waren, sondern offenbar auch etwas sehr Wertvolles. Sie würde viel Geld brauchen, um sich selbst solch ein wunderbares Bücherregal kaufen zu können und es zu füllen. Aber das würde sie nicht abhalten – sie spürte das. In diesem Moment beschloss sie, einmal ein eigenes Bücherzimmer zu haben, mit Büchern vom Boden bis zur Decke. Regale, wohin das Auge blickte und vor dem Kamin ein behaglicher Lesesessel unter einer Stehlampe. Und darin säße sie.


 Eines Tages war ein Buch in der Post - mit lebenslangen Folgen ...


Lust auf mehr? Hier geht es zu den kostenlosen und umfangreichen Leseproben von  "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ..." oder in "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd ...".

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth 





Donnerstag, 10. März 2022

Polyamorie - Gefahr oder Gewinn für Partnerschaft und Liebe?

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Bei der Suche nach dem Richtigen für immer bleibt Hannah aber auch nicht viel erspart. Was tut frau, wenn der eigene Partner plötzlich seltsame Ideen entwickelt, die die Partnerschaft deutlich in Gefahr bringen? 

Viel Spaß mit der Leseprobe aus Hannah Band 3:

Eine Nebenfrau für Gabriel – immer wieder neu wurde das zum Thema. Der Gedanke gefiel Hannah nicht, der Grund aber leuchtete ihr ein. Er hatte Angst vor Einsamkeit, falls – was ja nicht so unwahrscheinlich war – Hannah vor ihm diese Welt verlassen würde. Große Angst sogar. Und mehr als einmal erzählte er ihr, wie gut er es fände, wenn es da eine zweite Frau gäbe. Manchmal forderte er sie sogar, halb im Scherz, halb im Ernst auf, eine solche Frau für ihn und für sich selbst zu suchen. „Eine, die du auch wirklich magst.“ Und dann erzählte er wieder von seiner Tante, die in einer Menage a trois gelebt hatte und, nachdem ihr Mann nach Jahrzehnten des Zusammenlebens zu dritt verstorben war, glücklich zurückgeblieben war allein mit der Frau. „Und das ist bis heute so. Weißt du, Liebling, so etwas würde ich mir auch für dich wünschen, wenn ich vor dir gehen müsste.“
„Nur, wenn wir dann auch einen anderen Mann dazunehmen“, gab Hannah trotzig zurück. Sie sagte das, um sich stark fühlen zu können und ohne das wirklich ernst zu meinen. Eher wollte sie Gabriel provozieren. Mit Erfolg. „Das geht gar nicht“, sagte er. „Ich bin so was von homophob ...! Aber zwei Frauen und ich, das könnte ich mir vorstellen. Ich würde versuchen, für euch beide so gut wie möglich da zu sein.“
Für euch beide, dachte Hannah ärgerlich. Wie konkret das klingt. Der spinnt wohl. „Die Vielweiberei wurde bei uns aus gutem Grund abgeschafft“, sagte sie. Doch zu ihrem Ärger gesellte sich eine Spur von Faszination. Sie hatte tatsächlich den Eindruck gewann, dass Gabriels Absichten ehrenwert waren, dass es ihm nicht allein um Sex ging. Vielleicht ist einfach zu viel Liebe in ihm, dachte sie. Liebe, die nach Wegen sucht. Oder auch ein riesiges Verlangen nach Liebe, so groß, dass ein Mensch allein das kaum abdecken kann. Und das, dachte Hannah, kann ich irgendwie verstehen.


Von da an begann sie, sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen. Grundsätzlich fand sie fremde Lebensmodelle faszinierend, ob nun jemand sein Leben im umgebauten LKW verbrachte und damit durch die Lande zog oder im Alter nach Bulgarien auswanderte. Aber sich von so einer Reportage unterhalten zu lassen, war ganz etwas anderes, als solch ein Modell zu leben. Sie sah sich You-Tube-Videos an, zum Beispiel von dem jungen Portugiesen, der mit drei attraktiven Frauen lebte, die einander alle mochten, und mit jeder von ihr kleine Kinder hatte. Die Gruppe suchte weitere Männer, doch bislang hatte sich niemand dafür gefunden. Sie sah sich die Reportage von der großen Gruppe von Männern und Frauen an, die das Modell der freien Liebe lebten und mal hier, mal dort leiert waren und manchmal in einem fast dunklen Raum alle nackt und eingeölt zusammenkamen, um nur noch zu fühlen. Hannah fand das interessant, wenn auch nur theoretisch. Auch der Gedanke, im Ernstfall nicht allein zurückzubleiben, gerade im Alter, erschien ihr tröstlich. Aber das passt einfach nicht zu meinen riesigen Verlustängsten, dachte sie. Und gerade weil ich mich regelmäßig in meine eigene Wohnung zurückziehe, was Gabriel gar nicht gefällt, habe ich ohnehin Angst, ihn zu verlieren. Aber so bin ich nun einmal, dachte sie verängstigt, und ich kann doch nicht anders ...!

 


 
Eines Abends kam Gabriel niedergeschlagen nach Hause. Er hatte knorrige, dekorative Holzstücke aus einem Garten abgeholt, der einer gewissen Elli gehörte. Die war jünger als Hannah und angeblich „ein sehr lieber Mensch“. Die musste ihr kleines blaues Holzhaus, in das sie Tausende von Euro  über die Jahre gesteckt hatte, verlassen, weil ihr wegen Eigenbedarf gekündigt worden war. Außerdem war sie arbeitslos und sie pflegte ihren fast hundertjährigen Vater. Zu dem hatte sie nun ziehen wollen, weil sie nichts anderes fand. Und just an diesem Tag hatte sie erfahren, dass er ins Pflegeheim wollte. „Sie könnte ja seine Wohnung übernehmen“, sagte Gabriel. „Aber sie kann sich die Miete nicht leisten.“
Hannah wurde mulmig zumute. „Du denkst jetzt aber nicht darüber nach, sie hier aufzunehmen, oder?“
Gabriel wurde still und sah nachdenklich vor sich hin. „Sie hat geweint vorhin. Die Tränen liefen ihr nur so die Wangen runter ...“
„Und da hast du sie in den Arm genommen?“

Die dritte und letzte Folge der Hannah-Trilogie erscheint voraussichtlich noch in diesem Frühling. Band 1 und Band 2* kannst du jetzt schon lesen. :-)

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth  

* Bei Hannah Band 2 freue ich mich derzeit über rund 85 Prozent 4- und 5-Sterne-Rezensionen. Und bei Hannah Band 1 sind es sogar über 90 Prozent. Ich danke allen meinen Lesern und Leserinnen - tatsächlich gibt es auch männliche Leser - für die freundlichen Bewertungen. :-)  

Hier geht's zur kostenlosen Leseprobe von "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!" Und hier zu "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd ...".  

Viel Vergnügen beim Eintauchen in eine fast vergessene Zeit! :-)  



Mittwoch, 9. März 2022

Partnersuche 60 plus - Vorfreude auf Hannah 3 wächst

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Fragen wie "Wie kommst du voran mit dem Schreiben?", erreichen mich. Bemerkungen wie: "Ich bin schon gespannt." "Das darfst du auch sein", schreibe ich dann zurück, "Band 3 wird besonders interessant."

Das ist natürlich subjektiv. Ich persönlich finde ja, dass es kaum etwas Aufregenderes und kaum etwas Frustrierenderes gibt als die Partnersuche. Entweder man findet sein Glück oder eben nicht. Entweder man darf endlich wieder aus vollem Herzen vertrauen oder man wird zutiefst enttäuscht, wenn man Pech hat sogar belogen und betrogen. Die Suche nach dem richtigen Partner ist nie einfach, aber mit 60 plus und als Frau ist sie eine Herausforderung besonderer Güte. Da kann man allerhand erleben - und das geht Hannah nicht anders. Vom Urlaub mit einem fast Fremden im Haus am See bis zum Love Scammer reicht da die Palette.

Ich muss gestehen, dass es mir besonders viel Spaß macht, gerade diesen dritten und letzten Erzähl-Band zu schreiben. Sollte es danach noch Band 4 geben - dann steckt der nicht mehr voller Geschichten und Erlebnisse, sondern voller Schreibtipps. Dann wird das ein sehr persönlicher Schreibratgeber zum Thema Autobiografisches Schreiben. Im Moment aber geht es noch darum, ob und wie Hannah ihr Glück findet. Verdient hat sie es ja allemal, finde ich. Wenn sie sich nur nicht immer wieder selbst im Weg stehen und dann auch noch Tag für Tag älter werden würde ...!

Kürzlich sah ich einen Film in der Mediathek von 3Sat. "Les dames - immer noch Frau" heißt der und er erzählt von fünf älteren Damen, die noch einmal die Liebe suchen. Die von zärtlichen, aktiven jüngeren Männern träumen. Einer davon wäre ihnen lieber als der Gleichaltrige, der eine Frau sucht, die ihm die Socken wäscht, oder eben eine, die jünger und schöner ist. Ein sehenswerter Film. Und Hannah 3 wird - versprochen! - ein lesenswertes Buch.

Wenn euch die Wartzeit zu lang wird, stöbert doch einfach so lange in  "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ..." oder in "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd ...". Das steigert die Vorfreude - wetten?! 

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth  


Samstag, 5. März 2022

Kuhwarme Milch vom Bauern - Hannah in Grafschaft im Sauerland

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Ein ganz normales Leben kann ein Abenteuer sein, einfach nur dadurch, dass man hin und wieder umzieht. Am neuen Wohnort fühlt sich zunächst alles spannend an, sogar der morgendliche Gang zum Bauern. Ein Auszug aus "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd ...!":

Wenn Hannah von nun an morgens, noch nicht ganz wach, ins Wohnzimmer ging, um sich wieder einmal an der Pracht der neuen Wohnung zu erfreuen, und durch die große Panoramascheibe hinausblickte, musste sie sich kneifen, weil ihr eine ganze Weile lang so war, als habe jemand eine Fototapete hinter die Scheibe geklebt. Der Ausblick aufs Grafschafter Kloster und auf die Wälder dahinter war einfach perfekt und wunderschön.

Roman gewöhnte sich schnell ein an der neuen Schule. Mirco besuchte bei Schwester Uta, einer freundlichen Nonne, die von weltlichen Kräften unterstützt wurde, den Kindergarten, nur hundert Meter von der neuen Wohnung entfernt. Wie erwartet, waren die Kinder entzückt von Mäxchen, dem gelbmähnigen Pferd auf der Weide. Und als Herr Schauerte wie versprochen mit dem Trecker anrückte, einen Teil der Weide umgrub und die Zaunpfosten so versetzte, dass ihr künftiger Garten von Besuchen hungriger Huftiere verschont bleiben würde, schien Hannahs Glück perfekt zu sein.

Auch Conrad schien sich wohl zu fühlen. Mit Feuereifer setzte er gemeinsam mit Herrn Schauerte Obstbäume im neuen Garten. Die Anerkennung, die er im neuen Job fand, wuchs von Tag zu Tag und damit wuchs seine Zufriedenheit. „Hier werde ich wirklich anerkannt mit dem, was ich kann und bin“, sagte er.

„Und ich freue mich so, dass wir es wahrgemacht haben und hierher gezogen sind“, sagte Hannah. „Es ist einfach toll hier.“

Am Monatsersten floss nun deutlich mehr Geld aufs Konto als früher. Morgens ging Hannah mit der Milchkanne zum Bauern und ließ sich kuhwarme Milch abfüllen und manchmal auch frische Sahne. Die Kinder fanden schnell neue Freunde, stromerten durchs Dorf und amüsierten sich auf dem großen Spielplatz mit der Seilbahn und dem hölzernen Krokodil, auf dem gleich fünf Kinder hintereinandersitzen und schaukeln konnten. Was für ein Kontrast zur Plattenhaussieldung in Bochum-Wattenscheid-Höntrop ...!

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth  

* Bei Hannah Band 2 freue ich mich derzeit über rund 85 Prozent 4- und 5-Sterne-Rezensionen. Und bei Hannah Band 1 sind es sogar über 90 Prozent. Ich danke allen meinen Lesern und Leserinnen - tatsächlich gibt es auch männliche Leser - für die freundlichen Bewertungen. :-)  

Hier geht's zur kostenlosen Leseprobe von "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!" Und hier zu "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd ...".  

Viel Vergnügen beim Eintauchen in eine fast vergessene Zeit! :-)  



 

Dienstag, 1. März 2022

Der geheimnisvolle Vorhang oder: Prolog-Vorschau Hannah Band 3


Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Hannah Band 3 nimmt mächtig Formen an. Kürzlich habe ich Prolog und Epilog formuliert. Und einen neuen Titel gefunden, der mir so richtig gut gefällt. Statt des ursprünglichen Arbeitstitels "Hannah - Ich bin dann jetzt mal glücklich ..." habe ich mich nun für "Hannah - Vorhang auf fürs Glück" entschieden.

Ein geheimnisvoller Vorhang spielt im Buch eine entscheidende Rolle. Und weil das so ist, habe ich das Stoffdings zum Thema meines Prologs gemacht:

Wo simmer denn dran? Aha, heute krieje mer de Vorhang. Also, wat is en Vorhang? Da stelle mer uns janz dumm. Und da sage mer so: En Vorhang, dat is  ...
Scherz beiseite. Wir sind ja  nicht in der Feuerzangenbowle, diesem herrlichen Film aus den 1940er-Jahren, den Hannah in ihrem Leben immer wieder mit großem Vergnügen angesehen hatte. Ich bin auch nicht Lehrer Bömmel, der den Jungs in seinem niederrheinischen Dialekt während des Physikunterrichts die Dampfmaschine erklärte. Mir geht es nur um einen schnöden Vorhang.

Ganz sachlich betrachtet, ist ein Vorhang eine Stoffbahn, die gewöhnlich etwas verdecken oder ausschließen soll. Man kann die Sache aber auch emotionaler sehen. In alten Filmen kommt morgens eine freundliche Bedienstete ins Zimmer der Gnädigen, um fröhlich die Vorhänge aufzuziehen, die Sonne hereinzulassen und einen guten Morgen zu wünschen. In meinem derzeitigen Schlafzimmer gibt es einen kunterbunten, afrikanisch wirkenden Baumwollvorhang, der Tag und Nacht zugezogen ist und den kleinen Raum für mich zur Wohlfühloase macht. Er gibt mir das Gefühl, vor Blicken geschützt zu sein, obwohl es gar kein direktes Gegenüber gibt. Es hält ein Zuviel an Tageslicht ab, wenn ich morgens länger schlafen möchte. Und tagsüber zaubert er einfach eine wunderbar ruhige Atmosphäre ins Zimmer, wenn die Sonne hindurchscheint.

In „Hannah – Vorhang auf zum großen kleinen Glück“ hat ein unscheinbarer Vorhang eine ganz besondere Bedeutung. Er wurde von Männerhand geöffnet, völlig überraschend. Während eines Wachtraums, der nur Sekundenbruchteile dauerte. Hannah war bereits über sechzig, als das, was sich hinter dem Vorhang zeigte, ihr eine Erkenntnis schenkte, die ihr Leben veränderte und den Weg frei machte in ein kleines, sanftes Glück, das allmählich immer größer wurde ...

Ich hoffe sehr, ihr seid jetzt gehörig neugierig geworden. Das dürft ihr auch. Ich gebe alles, damit der 3. Band der Trilogie so bald wie möglich erscheinen kann.


Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth  

* Bei Hannah Band 2 freue ich mich derzeit über rund 85 Prozent 4- und 5-Sterne-Rezensionen. Und bei Hannah Band 1 sind es sogar über 90 Prozent. Ich danke allen meinen Lesern und Leserinnen - tatsächlich gibt es auch männliche Leser - für die freundlichen Bewertungen. :-)  

Hier geht's zur kostenlosen Leseprobe von "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!" Und hier zu "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd ...".  

Viel Vergnügen beim Eintauchen in eine fast vergessene Zeit! :-)  



50er & 60er Jahre: Lebenserinnerungen , Rezepte und Eintragseiten für autobiografische Anfänger

 Moin, ihr Lieben! An dieser Stelle habe ich lange nicht von mir hören lassen. Das Leben tobte anderswo. Nun aber: Es gibt ein neues Hannah-...