Finde hier jede Menge lebendiger Inspiration und Tipps, um deine Lebenserinnerungen, deine eigene Biografie zu schreiben und in Form zu bringen! Geschrieben von einem Kind der Fünfziger Jahre, geboren im Kohlenpott. Gedacht FÜR DICH!

Donnerstag, 18. August 2022

Doktorspiele in den 1960er-Jahren

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Doktorspiele. Was denkt ihr, wenn ihr dieses Wort hört? Laut Wikipedia handelt es sich dabei um Spiele zwischen Kindern, die die gegenseitige Erkundung ihrer Körper, insbesondere ihrer Genitalien, zum Inhalt haben. Ein Kind ist gewöhnlich der Herr oder die Frau Doktor, das andere der Patient. Gern abwechselnd. Diese erotischen Spiele sind bei Kindern weit verbreitet und gehören mit zu einer gesunden Entwicklung. Hannahs Mutter allerdings, eher verklemmt erzogen, hielt gar nichts davon. Was Hannah nicht davon abhielt, die Sache auszuprobieren:

In der Nachbarschaft war ein fremdes Mädchen aufgetaucht, das Hannah neugierig machte. Sein Name war Vera. Vera war ein Jahr älter und spürbar frecher als sie und durfte sogar nach Einbruch der Dunkelheit draußen bleiben. Bald erzählte man sich, der Vater des Mädchens trinke mehr als erlaubt. Hannah war das egal. Vera war neu und allein und suchte ihre Nähe – das zählte. Außerdem sprach sie ein bisschen lauter als die anderen und hatte einen geheimnisvollen Blick. Ein bisschen mehr wie sie wäre Hannah gern gewesen.

„Das Mädchen ist kein Umgang für dich“, sagte Mutti, „ich möchte nicht, dass du mit ihm spielst.“ Hannah beschloss, sich heimlich mit Vera zu treffen. Sie streunten gemeinsam um die Häuser, kauften Klümpkes an der Bude und als die Pächterin sich einmal kurz abwandte, klaute Vera schnell wie ein Rabe ein Päckchen Kaugummi, das in Reichweite auf der Verkaufstheke lag.
„Kommst du mit ins Wäldchen?“, fragte Vera eines Tages, „wir könnten Doktor spielen.“ Hannah hatte keine Ahnung, wie das ging. Neugierig kam sie mit. Sie legten den pieksigen Boden mit der karierten Spieldecke aus, die Mutti Hannah in der Meinung mitgegeben hatte, sie wolle mit Brigitte, Adelheid und Silvia Vater, Mutter, Kind spielen. Das Wäldchen, es waren im Grunde nur ein paar Bäume und Sträucher an der Spitze eines verunkrauteten Hangs am Rande eines Firmengeländes, war ideal, um Dinge zu tun, die im Geheimen zu geschehen hatten. 

(Auszug aus "Hannah - Das Kind will nicht heiraten"*)

 


* Hier geht es zu allen drei Bänden: Band 1 "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!", Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd" und Band 3, in dem eines Tages Gabriel auftaucht, "Hannah - Vorhang auf zum großen kleinen Glück". Viel Spaß beim Eintauchen in die ganz persönliche Welt einer Frau, die einfach nicht sein kann und nicht sein will wie andere.

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth



Mittwoch, 17. August 2022

Wundervolle Buchstaben - Eintrittskarte in die Welt der Geschichten

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Ein Tag ohne Schreiben? Schwer vorstellbar. Fast unmöglich. Ich war schon immer fasziniert vom Schreiben. Ich werde niemals den Moment vergessen, in dem ich als Sechsjährige den Griffel in die Hand nahm und ungelenk damit Linien und Schwünge, Zeichen und etwas, was einmal Buchstaben werden sollten, auf die kleine Schiefertafel mit dem müffelnden Schwamm schrieb. Ich war ja so stolz ...!

Ein Tag ohne Lesen? Schwer vorstellbar. Fast unmöglich. Ich war schon immer fasziniert vom Lesen. Bücher begleiten mich durch mein Leben, seit ich denken kann. Nicht mehr aufs Vorlesen angewiesen zu sein, sondern selbst eintauchen zu können in die unendliche Welt der Geschichten - was für ein Traum ...!

Weltweit gibt es unzählige Analphabeten. Ob sie wissen, was ihnen entgeht? Vermutlich wären die meisten schon froh, den Fahrplan und die Speisekarte lesen zu können, die Angaben auf der Lohnabrechnung oder die SMS von Freunden. Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich den Sehnsüchtigen unter ihnen ein Zaubertrank verabreichen, der ihnen von jetzt auf gleich die Fähigkeit des Schreibens und Lesens vermitteln würde. Fantasien, die der Problematik natürlich nicht angemessen sind, wie ich gerade beschämt feststelle. Also bleibe ich für den  Moment dabei, einfach wieder einmal zutiefst dankbar zu sein, dass ich schreiben und lesen kann. Und mich zu erinnern, wie es angefangen hat mit der 


Welt der Buchstaben

Hannah lernte schnell. Den Griffel fest in der Hand, malte sie all die Schleifen und Schlaufen, Aufschwünge und Abschwünge nach, die Fräulein Falter an der großen Tafel vorlegte. Der Geruch des feucht-muffigen Schwämmchens, das mit einer Schnur mit ihrer Tafel verbunden war, stieg ihr unangenehm in die Nase. Das quietischig-kratzende Geräusch des Griffels tat ihren Ohren weh. Doch die weißen Zeichen auf ihrer kleinen Schiefertafel begeisterten sie. Buchstaben, aus denen Wörter wurden. Sie liebte sie alle. Sie himmelte die aus der Tüte mit Russisch Brot ebenso an wie die Nudelbuchstaben in der Suppe, die in ihrer Fibel und die an der Schultafel. Das kleine K aber schloss Hannah vom ersten Moment an in ihr Herz.
„Das kleine K“, erklärte Fräulein Falter und gab der Kreide in ihrer Hand rechts ein wenig mehr Schwung, „hat einen kleinen Rucksack dabei. Ssssso! – Seht ihr? Mit dem großen K vorn könnt ihr Kakao schreiben oder Kaffee.“ Sie lächelte. „Der Kuckuck hat sogar ein großes und zwei kleine Ks.“ Sie schrieb auch dieses Wort an die Tafel.
Und Kacke? Wie schreibt man das? Natürlich fragte Hannah nicht laut. Kacke war ein böses Wort.
Zuletzt kam das Ypsilon an die Reihe. Danach konnte Hannah alle Wörter schreiben, auf die sie Lust hatte. Sogar Teddybär und Hollywoodschaukel, diese tolle Schaukel mit einem Dach überm Kopf, die ihre Cousine in Amerika im Garten stehen hatte.
„Jetzt kannst du dir Geschichten ausdenken und aufschreiben“, flüsterte Rosa. „Dann schreibst du sie so lange in ein dickes Heft, bis es voll ist.“
„Aber das kann ich doch gar nicht, Rosa.“
„Aber bald. Wirst schon sehen.“

(Auszug aus "Hannah - Das Kind will nicht heiraten")

 


* Hier geht es zu allen drei Bänden: Band 1 "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!", Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd" und Band 3, in dem eines Tages Gabriel auftaucht, "Hannah - Vorhang auf zum großen kleinen Glück". Viel Spaß beim Eintauchen in die ganz persönliche Welt einer Frau, die einfach nicht sein kann und nicht sein will wie andere.

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth




Dienstag, 16. August 2022

Wenn zwei Frauen mit großem Herzen denselben Mann lieben

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Der hübsche kleine Pavillon, in dem ich gerade sitze, hat eine umlaufende Sitzbank mit einer Ablage. Auf der steht so allerlei hübscher Schnickschnack. Und gerade fällt mein Blick auf ein weißes Holzherz, das da steht, mit folgender Aufschrift: "Liebe ist das Einzige, was nicht weniger wird, wenn wir es verschwenden". Jedes Mal, wenn ich diese grammatikalisch ja nicht so ganz einwandfreie Zeile lese (es heißt ja schließlich nicht das Liebe), wird mein Herz ganz warm. Weil der Gedanke so schön ist. Und oft genug muss ich an eine Frau denken, die in Hannah Band 2* Fanny heißt. Sie ist heute Mitte achtzig und lebt noch immer in dem schönen Haus in Niederbayern, in dem ich sie vor einigen Jahren zuletzt besuchte. Ich hatte ein Gschpusi - wie man in Bayern sagt - mit ihrem Mann. Er wurde mein Kurschatten und heute - 25 Jahre später - sind wir immer noch befreundet. Als Fanny damals davon erfuhr, nahm sie freundlichen Kontakt mit mir auf. Und einer ihrer vielen klugen Sätze blieb mir tief in der Seele und glüht da noch immer: Liebe ist das einzige, was mehr wird, wenn man es teilt. Wir teilten die Liebe zu Gustl, ihrem Mann - und für uns beide fühlte es sich irgendwie richtig an.

Mehr dazu lest ihr in "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd!".


 Alte Liebe rostet nicht ...!

* Hier geht es zu allen drei Bänden: Band 1 "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!", Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd" und Band 3, in dem eines Tages Gabriel auftaucht, "Hannah - Vorhang auf zum großen kleinen Glück". Viel Spaß beim Eintauchen in die ganz persönliche Welt einer Frau, die einfach nicht sein kann und nicht sein will wie andere.

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth

Eine Single-Wohnung für Hannah und alle ihre Bücher

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Rund ein Jahr, nachdem Band 1* der Hannah-Reihe erschienen ist, habe ich mit der Veröffentlichung von Band 3 mein Ziel erreicht. Das wäre in dieser Geschwindigkeit kaum gegangen, wenn ich nicht alle drei Bände wenigstens schon im Entwurf fertiggehabt hätte. Von da bis zur Endfassung war noch ein weiter Weg. Umso mehr freue ich mich jetzt, es geschafft zu haben. Und am Ende der Geschichte macht es mir selbst einen Riesenspaß, noch einmal in eine der ersten Seiten von Band 2 einzutauchen. In diese so verdammt herausfordernde Zeit, damals, als plötzlich Malte verschwunden war:

 

                                                                            Hannahs Welt - Bücher ohne Ende ...


Unausgepackte Kisten und ein Gefühl latenter Überforderung empfingen Hannah, als sie die Tür ihrer Dreizimmerwohnung aufschloss. Sie streifte die Schuhe ab, warf ihre Daunenjacke über die uralte Truhe, die Maltes Mutter ihr geschenkt hatte, und goss in der kleinen Küche kochendes Wasser über einen Beutel Yogi-Tee. Nachdenklich trug sie Becher und Buch ins Wohnzimmer. Mitten im Chaos sah wenigstens dieser Raum bewohnbar aus. Durch große Fensterscheiben fiel das Sonnenlicht aus zwei verschiedenen Himmelsrichtungen herein. Freundinnen hatten ihr geholfen, einen Teil ihrer Bücherschätze in das über Eck gebaute Billy-Regal nebst Aufsätzen einzuräumen, das raumhoch und stramm gefüllt die gesamte Wand hinter ihrem Schreibtisch einnahm. Schon als Kind hatte Hannah von einer eigenen Privatbibliothek geträumt. Malte, künftiger Exmann Nummer drei, wusste das. In seinem Abschiedsbrief hatte er, großzügig wie immer, versprochen, sie finanziell zu unterstützen, damit sie sich eine ausreichend große Wohnung würde leisten können. „Für dich und all deine Bücher.“ Mensch, Malte! Sehnsuchtsvoll sah sie ihn vor sich, mit seinem störrischen, rotblonden Haar und den großen, bernsteinfarbenen Augen, dem Dreitagebart und dem jungenhaften Lachen. Wie sie ihn und ihr altes Leben vermisste ...! Hannah stellte den Tee Marke Frauenglück in Reichweite, und nahm mit einem Seufzer in ihrem geliebten Lesesessel Platz, der ebenfalls ein Geschenk ihrer Schwiegermutter gewesen war. Maltes Mutter liebte es, anderen Menschen eine Freude zu bereiten. „Solch ein Möbel ist wunderbar für den Rücken“, hatte sie behauptet, „und für die Nerven. Und ich muss schon sagen, meine liebe Hannah, für deine Nerven solltest du etwas tun ...!“ Für den Moment war Hannah ein wenig beleidigt gewesen, dabei hatte Schwiegermama voll ins Schwarze getroffen. Hannah kippte die Lehne des Sessels nach hinten, schlug den Sammelband auf, legte die Füße auf den zugehörigen Schemel und begann, erwartungsvoll zu blättern. Ihr Herz schlug schneller als sonst. Zum ersten Mal in einem neuen Buch zu lesen, war stets wie ein Rendezvous für sie. Zehn Minuten später hatte ein Beitrag mit dem Titel Mädchenträume sie gefangen genommen. Eine gewisse Loni Lauxmann-Kinzelmann hatte ihn verfasst. Hannah tippte den Namen in ihr Smartphone ein und fand heraus, dass die Dame erfolgreich Groschenromane geschrieben hatte. Romane, wie ihre Mutter sie geliebt hatte. Ein leichter, lauer Luftzug. Was war das? Ein plötzliches Gefühl von Wärme ließ Hannah den Blick heben. Mit einem Mal glaubte sie, auf dem blauen Sofa ihr gegenüber ...

(Auszug aus dem Prolog von Hannah - Das Kind will nicht heiraten)

* Hier geht es zu allen drei Bänden: Band 1 "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!", Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd" und Band 3, in dem eines Tages Gabriel auftaucht, "Hannah - Vorhang auf zum großen kleinen Glück". Viel Spaß beim Eintauchen in die ganz persönliche Welt einer Frau, die einfach nicht sein kann und nicht sein will wie andere.

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth

Montag, 15. August 2022

Wenn man die Omma aus dem Ruhrpott samt Kochkunst vermisst

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Ich lese gerade ein Buch, das den etwas seltsamen Titel "Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte" trägt. Was mich an dem Titel ansprach, war die Tatsache, dass die Autorin aus Essen stammt, meiner Heimatstadt. Und dort spielt auch der Roman. Dass die Omma in einem Puff putzt, erinnerte mich an die Erzählungen meiner Mutter hinter vorgehaltener Hand über die neue Nachbarin, die zuvor in der Stahlstraße gewohnt hatte. Und das war offenbar etwas Schlimmes. In Hannah Band 1* könnt ihr mehr darüber erfahren. Da mache ich euch auch mit meiner Omma bekannt, genauer gesagt mit Omma Mielken. Wenn sie nicht im Kohlenpott gehaust hätte, hätten ihre Enkelkinder vielleicht etwas vornehmer Oma Emilie gesagt. Klingt ja schon ganz anders. Aber Omma Mielken war unersetzlich. Sie hatte ihren Ruhrpott-Charme. Sie konnte Äpfel so schälen, dass die Schale sich in einer einzigen hauchdünnen Spirale vom Apfel trennte und kochte schaumiges Apfelmus daraus. Dazu servierte sie hausgemachte Pinnepannekauken, in reichlich Öl gebraten. Anderswo würde man vermutlich Rösti sagen. Aber zu  meiner Omma, da passte Pinnepannekauken einfach viel besser. Vor wenigen Tagen wäre sie 117 Jahre alt geworden. Leider starb sie schon mit knapp über 80. Ich würde sie zu gern mal wieder in meine Arme schließen. Und dann mit ihr Hausmannskost schnabulieren. Taubensuppe? Nein, die habe ich nie gegessen. Ich glaube, Omma auch nicht. Das ging ja auch gar nicht. Ich glaube, der Uroppa, der war im Taubenzüchterverein. Da sind die Tauben so'ne Art Rennpferde. Und so was isst man nicht.


So was kannte Omma Mielken noch nicht - und das war vermutlich auch gut so ...

 

* Hier geht es zu allen drei Bänden: Band 1 "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!", Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd" und Band 3, in dem eines Tages Gabriel auftaucht, "Hannah - Vorhang auf zum großen kleinen Glück". Viel Spaß beim Eintauchen in die ganz persönliche Welt einer Frau, die einfach nicht sein kann und nicht sein will wie andere.

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth 

Donnerstag, 11. August 2022

Ein oberflächlicher Backfisch mit Beziehungsphobie?

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Nun ist sie da: Unter der Überschrift "Gelungen ...!" erschien vorhin die erste 4-Sterne-Rezension zu Hannah - Vorhang auf zum großen kleinen Glück", verfasst von einem gewissen Marian. Er (oder sie) schreibt nicht unkritisch und doch begeistert folgendes:

Ich gestehe: Band 1 dieser Trilogie hatte mich nicht vom Hocker gerissen. Weder von Hannahs Lebenszielen noch auch von der Art, wie sie darüber schrieb, fühlte ich mich angesprochen. Hatte sie sich seit Backfischzeiten denn gar nicht weiterentwickelt? Dachte sie gar nicht über eigene Anteile an dem Scheitern ihrer Beziehungen nach? Offensichtlich war sie doch allzusehr auf Außenwirkung bedacht und litt dazu an einer ihr unbewussten Beziehungsphobie!

Ganz anders der frisch erschienene dritte Band, auf den eine Leseprobe mich neugierig gemacht hatte. Hannah hat schreiben gelernt! Ihre Suche nach dem Traumprinzen und ob sie den wirklich braucht, um glücklich zu sein, das beschreibt Hannah lebendig und spannend. Ein lesenswertes Buch für alle Frauen, die zur Nachkriegsgeneration gehören und über die Vorurteile, mit denen Sie aufgewachsen sind, hinausgewachsen sind.

Ich freue mich sehr über diese erste Bewertung. Und gleich mache ich einen schönen Spaziergang und denke darüber nach, wann ich begonnen habe, die Backfischzeiten hinter mir zu lassen.

 

* Hier geht es zu allen drei Bänden: Band 1 "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!", Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd" und Band 3, in dem eines Tages Gabriel auftaucht, "Hannah - Vorhang auf zum großen kleinen Glück". Viel Spaß beim Eintauchen in die ganz persönliche Welt einer Frau, die einfach nicht sein kann und nicht sein will wie andere.

Bis bald sagt eure



 Sigrid Ruth 

Zielgruppe und die richtige Nische für Hannahs Lebensgeschichte

Moin, meine lieben Schreiber- und Leserlinge! 

Zunächst einmal, das gebe ich zu, habe ich die Hannah-Geschichte nur für mich geschrieben, denn es war mir wichtig, all die intensiven Erlebnisse und Erfahrungen, die das Leben mir beschert hatte, einmal aufzuschreiben. Natürlich war mir klar, dass ich sie damit in gewisser Weise noch einmal neu erleben würde. Das aber, so dachte ich, kann mir nur helfen, dasjenige besser zu verarbeiten, was nun mal nicht so schön, und mich über das noch einmal bewusst zu freuen, was echt schön war. Ich sehe ja lieber halbvolle statt halbleere Gläser vor mir stehen.  Mit dieser Sichtweise erkenne ich inzwischen dankbar, dass das Gute überwog. 

Bei rund 1.400 Buchseiten ist es relativ unwahrscheinlich, dass man bis zum Schluss durchhält - nur für sich selbst. Natürlich hätte ich alles einfach nur so runterrotzen können, damit es dann eben dastand, ausgedruckt und abgeheftet hätte werden können. Aber das genügte mir nicht. Ich wollte es richtig gut machen. Ich freute mich aufs Lesevergnügen - für mich selbst, aber auch für andere. Für Freunde. Und auch für Menschen, die ich nicht kannte, von denen ich aber dachte, dass sie Gewinn erzielen könnten, indem sie meine Geschichten lesen. Dass sie Freude haben werden. Dass sie mit mir lachen und mit mir weinen. Und etwas für ihr eigenes Leben lernen. Damit stand relativ schnell fest: Nein, ich schreibe das doch nicht für mich allein auf. Ich schreibe es - vor allem - auch für euch. Um meine Erkenntnisse, mein Wissen, meine Erfahrungen und Erlebnisse mit euch vertrauensvoll zu teilen und nacherlebbar machen.

Da mir bekannt ist, wie schwierig es ist, etablierte Verlage von den Ergüssen einer unbekannten Autorin zu überzeugen - guter Schreibstil hin oder her - kam ich auf eine Idee zurück, die ich schon lange im Hinterkopf hatte: Selbpubishing. Das wurde befördert durch eine Facebook-Freundin und deren Mann, die beide mit ihren Büchern auf diese Weise sehr erfolgreich wurden und begeisterte LeserInnen fanden. Die beiden publizieren vorrangig über KDP. Ich machte mich schlau, meldete mich dort an und legte los.

Dann entdeckte ich den supersympathischen Tom von  Nomad Publishing. Der bietet ein Coaching für alle an, die sich mit KDP ein Business aufbauen wollen. Business - was für ein schreckliches Wort für eine so wunderschöne Tätigkeit wie das Bücherschreiben, dachte ich. Allerdings arbeiten viele KDPler auch mit Ghostwritern zusammen. Sie lassen schreiben und vermarkten die Bücher dann. Da passt Business ja schon, dachte ich, nur für mich passte es irgendwie nicht. Ich wollte es nicht irgendwie technisch und zusammenkomponiert. Ich wollte alles mit Herzblut selbst machen: Schreiben, Korrigieren, Überabeiten, Formatieren, Cover. Es machte Spaß und ich lernte so einiges dabei. 

Von Tom weiß ich inzwischen, wie wichtig es ist, eine gute Nische für das eigene Projekt zu finden und auch Geld auszugeben. Wenn schon nicht für Designer oder Ghostwriter, dann doch wenigstens für Werbung. Da taste ich mich nun, da alle drei Hannah-Bücher fertig sind, allmählich ran. Denn was nützen die tollsten Bücher, wenn die LeserInnen sie im Überangebot neuer Titel nicht finden können.

Last but not least: Was ist meine Zielgruppe, was ist meine Nische? Ich denke, die Zielgruppe ist relativ breitgefächert. Band 3 ist sicherlich besonders gut geeignet für Frauen der Generation 50 und 60 plus, denn es geht um Männersuche vs. Selbstverwirklichung im fortgeschrittenen Alter. Aber ich weiß von einigen Männern, die die ersten beiden Bände gelesen haben und sich nun über den dritten freuen. Ich weiß von Frauen, die meine Töchter sein könnten, und begeisterte Leserinnen sind. Hochsensibel, introvertiert, liebessüchtig, bildungshungrig, kreativ, beziehungsgestört - das sind wichtige Stichworte, die alle in die richtige Richtung gehen, wenn man erzählen will, worum es in Hannahs Geschichte geht. 

Ich bin - und das hat mich angetrieben - zutiefst überzeugt von diesem Buchprojekt. Mein Traum: Wenn erst einmal alle drei Bücher fertig sind, dann werden die LeserInnen erkennen, dass es da wirklich um eine wichtige Geschichte geht, nicht um irgendeinen Schnellschuss einer unbekannten Autorin. Dann werden sie vielleicht nicht nur ein Buch kaufen, sondern gleich alle drei. Sie werden Rezensionen schreiben und anderen von Hannah erzählen. Und obwohl Band 3 erst seit kurzem draußen ist, zeichnet sich schon jetzt ab, dass ich damit richtig liegen könnte. (Na ja, die Rezensionen für Band 3 müssen erst noch kommen, aber es gab weitere für 1 und 2. Und es werden Bücher gekauft.) 

Freu mich ja so. Ein großes Dankeschön an euch alle ...! 


 

* Hier geht es zu allen drei Bänden: Band 1 "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!", Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd" und Band 3, in dem eines Tages Gabriel auftaucht, "Hannah - Vorhang auf zum großen kleinen Glück". Viel Spaß beim Eintauchen in die ganz persönliche Welt einer Frau, die einfach nicht sein kann und nicht sein will wie andere.

Bis bald sagt eure

 Sigrid Ruth 

50er & 60er Jahre: Lebenserinnerungen , Rezepte und Eintragseiten für autobiografische Anfänger

 Moin, ihr Lieben! An dieser Stelle habe ich lange nicht von mir hören lassen. Das Leben tobte anderswo. Nun aber: Es gibt ein neues Hannah-...